Alle konnten sich gleichzeitig besuchen

Ein ganz normaler Arbeitstag

Mauerfall Erlebnis-Bericht meines Vaters:

Mein Vater lebte mit seinem Bruder und seiner Mutter im Westberlin. Onkel, Tante und Cousine lebten im Osten.

Am Tag bzw. Abend selbst schaute mein Vater fern. Jedoch keine Nachrichten oder Eilmeldungen, daher bekam er die Maueröffnung gar nicht mit. Am nächsten Tag fuhr er wie gewohnt zur Arbeit, erst da wurde ihm erzählt, dass die Mauer geöffnet wurde. Vorerst konnte er dies gar nicht glauben, jedoch bestätigten dies alle anderen Arbeitskollegen, somit musste er es ja glauben. Ein Kollege meinte, dass seine Verwandtschaft aus dem Osten sofort zu ihm kam und sie alle gemeinsam rumgezogen seien. Mein Vater war zwar froh, jedoch ganz konzentriert bei der Arbeit. Ein ganz normaler Arbeitstag eben. Anschließend meinte er, dass er selbst nach der Arbeit nicht zur Mauer gefahren sei. Er habe wohl nicht wirklich eine Veränderung gespürt, lediglich einige Produkte im Supermarkt waren ausverkauft.

Wann er erstmals unsere Familie nach Mauerfall gesehen hat, weiß er nicht mehr. Dazu meinte er, es sei an sich auch nichts Besonderes, dass man die Familie sah, schließlich durften sie in den Osten reisen, um sie zu besuchen. Sogar an den Geburtstagen durfte jeweils eine Person aus dem Osten nach Westberlin zu ihnen reisen, somit war auch jeder mehrmals bei ihnen. Der einzige Unterschied nach dem Mauerfall sei der, dass alle aus der im Osten lebenden Familie sie gleichzeitig besuchen konnten.

Schlussendlich meinte mein Vater, dass er selbst gar nicht so enthusiastisch dabei war. Schade fand er lediglich, dass einige Westdeutsche sich an den Ostbürgern bereichert haben. Seine Freude über den Berliner-Mauer-Fall ist trotzdem sehr groß, denn was zusammen gehört, soll auch zusammen bleiben und dass sich dies nicht niemals wiederholen soll.

(Eine Schülerin aus der 11)