Die aus dem Osten schauen nur auf die Orangen und Bananen, die schönen historischen Häuser interessieren sie gar nicht!

Am 9. November sah meine Oma mit meiner Uroma die Nachrichten im Fernsehen mit der Pressekonferenz von Günter Schabowski. Als dieser den Satz sagte, dass ab sofort jeder reisen könne, haben sie gedacht, er hat sich versprochen und in kurzer Zeit würde jemand diese Meldung wieder zurück nehmen.

Mein Opa hatte Nachtschicht und kam erst am nächsten Morgen nach Hause. Er sagte, sie wollten sofort nach Hamburg fahren, weil dort die Kusine von meiner Oma wohnte. Meine Oma ging zur Arbeit und dort war auch schon große Aufregung. Alle gingen zur Polizeidienststelle und ließen sich einen Reisepass ausstellen. Am näcghsten Tag fuhren meine Oma und mein Opa nach Hamburg. Weil sie damals nicht in den Westen telefonieren konnten, fuhren sie einfach los, ohne sich anzumelden. Dort wurden sie aber schon erwartet. Omas Kusine hatte schon ein Zimmer leer geräumt, weil sie dachten, dass meine Großeltern dort bleiben wollten.

Am nächsten Tag fuhren sie mit dem Trabi nach Lüneburg. An den Straßen standen überall Menschen, die geklatscht haben. Auf den Straßen standen viele Stände mit Oranagen und Bananen. Meine Oma hat gehört, wie einer sagte: „Die aus dem Osten schauen nur auf die Orangen und Bananen, die schönen historischen Häuser interessieren sie gar nicht!“ Jedenfalls sind sie dort abends in ein Restaurant gegangen und haben gestaunt, dass abends alles so belebt war und dass dort um 21 Uhr noch so viele zum Essen gingen.

Sie sind aber nicht dort im Westen geblieben, sondern am nächsten Tag wieder nach Hause gefahren.

Milla W., 8a