Die Mauer muss weg, die Mauer muss weg

Meine Zeitzeugin ist meine Mama, Ulrike M. Ich habe sie gefragt, wie es ihr mit dem Mauerfall ergangen ist.

Ich habe in West-Berlin gewohnt (Neukölln) und habe den kompletten Mauerfall miterlebt. Ich war ca. 18 Jahre alt, als die Mauer gefallen ist. Es war am Anfang ein Tag wie jeder andere. Ich war arbeiten und dann kam die Meldung durch das Radio, dass die Mauer abgeschafft wird bzw. dass man bald durch die Grenzen gehen kann. Ich konnte es am Anfang nicht glauben ich wusste nicht, ob das wirklich echt ist und ich wusste in dem Augenblick auch gar nicht richtig, was passiert. In mir ist eine Freude gestiegen, weil ich früher immer mit meiner Mama in den Osten gefahren bin und wir da manchmal Urlaub gemacht haben. Als ich die Info bekommen habw, war es sehr emotional für mich.

Die Info, dass die Mauer fallen soll, wurde ganz schnell groß verbreitet, so schnell wie es ging. Es verbreitete sich überall im Fernsehen und im Radio, und generell in den Medien. Es hat sich aber auch ganz schnell herumgesprochen. Jeder hat probiert, es so schnell wie möglich zu verbreiten. Einen Tag bevor die Mauer fiel, war ich da und stand am Brandenburger Tor. An dem Brandenburger Tor konnte man sich auf die Mauer stellen, weil die Mauer ca. 3 Meter breit war.

Ich war genau an dem Tag da, als die Mauer geöffnet wurde, am 9. November 1989. Es war so ein überwältigendes Gefühl, als ich selbst da drauf stand. An dem Tag, als ich auf der Mauer stand und mitbekommen habe, wie die Grenzen geöffnet wurden, konnte es gar nicht fassen, dass sie wirklich abgeschafft wird. In dem Moment haben wir gejubelt und uns einfach nur gefreut. Man hat so viele strahlende Leute gesehen. Viele Leute haben sogar vor Glück geweint. Alle, die da standen, haben gerufen „Die Mauer muss weg, die Mauer muss weg“. An dem selben Abend bin ich noch zum Ku’damm gegangen. Dort habe ich auch noch mal gesehen, wie sich die ganzen Leute gefreut und gefeiert haben. Es war so schön, alle Leute waren einfach nur fröhlich. Am Ku’damm kamen die alten Trabis dazu gefahren. In dem Moment war bei mir einfach nur Erleichterung und Freude. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das so passiert.

Hannah M.