Macht euch einen schönen Tag

Meine Mama hat es abends in den Nachrichten gehört, dass die Grenzen geöffnet wurden. Sie dachte, dass es nicht wahr sein könne. Am nächsten Morgen sind sie zur Grenze nach Staaken gefahren und sie war tatsächlich offen. Viele Menschen wollten über die Grenze nach West- Berlin. Sie sind dann, wie viele andere auch, über die Grenze gefahren und haben über die Vielzahl an bunten Geschäften gestaunt. Eine Sache, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist, war der angenehme Geruch.

Sie waren dann bei McDonald‘s und bestellten sich einen Burger und eine Cola. Als sie fertig waren, kam ein West-Berliner auf sie zu und schenkte ihnen 50 DM mit den Worten „Macht euch einen schönen Tag“. Sie waren verwundert und fragten ihn, woher er wisse, dass sie DDR Bürger seien. Er meinte daraufhin, dass er es an ihrer Kleidung erkannt habe und an dem Fakt, dass sich kein West-Berliner eine Cola teilen würde. Danach gingen sie fröhlich nach Hause und erzählten es ihrer Verwandtschaft.

Ein Kollege von meiner Mama hat mir das so erzählt. Er war zu diesem Zeitpunkt bei der Armee. Die Armee stand unter Bereitschaft, als bekannt wurde, dass die Mauer fallen soll. Alle Soldaten waren sehr verwundert über diese Nachricht. Sie warteten auf den Befehl, die Grenzen zu sichern. Dazu hatten sie scharfe Munition und Panzer. Es gab zum Glück keinen Befehl, die Grenzen zu sichern. Darüber waren alle sehr froh, denn es hätte sonst zu einem Bürgerkrieg kommen können.

Lukas Z., 7. Klasse