Straßenbahn fahren in Ost-Berlin

Erlebnisse meiner Mutter zum Mauerfall

Meine Mutter verfolgte die Montagsdemonstration nebenbei und dachte sich immer, dass sie das wahrscheinlich nicht erleben wird, dass die Mauer noch fällt. Zu dem Zeitpunkt war meine Mutter 24 Jahre alt und lebte in Berlin-Steglitz.

Meine Mutter war an dem Tag, bevor die Reisefreiheit für DDR-Bürger beschlossen wurde, krank und hatte an diesem Tag gar kein Fernsehen geschaut. Am nächsten Morgen ging sie zum Arzt und wollte anschließend die Krankschreibung gleich zur Krankenkasse am Kurfürstendamm bringen.

Meine Mutter war mit dem Auto unterwegs und begegnete immer mehr Trabis auf der Straße. Sie dachte sich „Was wollen die alle hier?“. In diesem Moment sagte der Radiomoderator, dass ab heute Nacht für DDR-Bürger die Reisefreiheit beschlossen wurde und die Mauer offen sei.

Meine Mutter konnte es gar nicht richtig glauben. Die Mauer war offen.

Das erste was meine Mutter tat, war mit ihrem Freunden „Straßenbahn“ fahren, in Ost-Berlin, und in das Kaufhaus zum Alexanderplatz zu gehen. Da war meine Mutter schon einmal, mit 14 Jahren, bei einem Schulausflug.

Dort hatte sich nichts verändert.

Leon K., 9c