West-Berliner Bürger schenkten Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten

Ich habe meine Großeltern befragt, wie sie den Mauerfall erlebt haben.

Am Donnerstag, den 09.11.1989 waren sie auf einem Geburtstag in Falkensee. Am Abend sahen sie im Fernsehen eine Nachrichtensendung. Sie trauten ihren Ohren nicht. Der damalige Sekretär der SED, Bezirksleitung Berlin, Günter Schabowski, verlas folgende Nachricht: ,,Die Grenzen zu West-Berlin und zur BRD sind absofort geöffnet. Volkspolizeikreisämter in der DDR wurden angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen.“ Die Freude war groß, es wurde angestoßen, doch so richtig glaubte man es nicht. Bis in die Nacht verfolgten sie das Geschehen am Fernseher.

Am folgenden Tag fuhr meine Oma zur Polizei, um den Visastempel im Personalausweis eintragen zu lassen. Am selben Abend entschlossen sie sich mit ihren Kindern (meinem Vater und meinem Onkel) im Auto zum Brandenburger Tor zu fahren. Ihr Ziel erreichten sie über die Heerstraße.

An der Siegessäule parkten sie und liefen zu Fuß weiter. Auf der Mauer standen Grenzsoldaten und viele Bürger. Sie umarmten sich, lachten und weinten vor Freude. Ohne Stadtplan suchten meine Großeltern nun den Heimweg. West-Berliner Bürger schenkten Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten.

Die Freude war groß, als am 13.11.1989 auch die heutige Spandauer Straße (damals Max-Reimann-Straße) als Grenzübergang benutzt werden konnte. Sie erinnern sich auch gern an das Straßenfest am 01.01.1990, die Brücke der Sympathie. Unzählige Menschen aus Spandau, Falkensee und Umgebung feierten den Fall der Mauer.

Leony D., 9c